Für ein gutes Klima

Diesen Sommer erleben wir die bisher heissesten Tage auf dieser Erde, die je gemessen wurden.  Was mit einem kühlen Getränk im Schatten für Ferienstimmung sorgen kann, wird für andere zum bitteren Ernst: Die Hitzewellen in Südeuropa beispielsweise haben den Menschen, wie auch der Landwirtschaft stark zugesetzt.

Doch auch vor unserer Haustüre spüren wir die Auswirkungen der Klimakrise bereits mit voller Wucht. Hitzewellen sind ungesund für unseren Körper, begünstigen Waldbrände (so geschehen in Bitsch VS) und bringen das Bild vom Wasserschloss Schweiz ins Wanken. Wasserknappheit wird auch hierzulande zur Herausforderung, wie uns die letzten Sommer eindrücklich gezeigt haben, als ganze Alpwirtschaften per Helikopter mit Wasser versorgt werden mussten. Und auch die tornadoähnlichen Sturmzellen in La Chaux-de-Fonds müssen uns definitiv zu denken geben.  

  

Trotz all diesen Ereignissen: Ist die Klimakrise auch wirklich in unseren Köpfen angekommen? Angekommen vielleicht, aber warum handeln wir dann nicht danach? Die Fluggesellschaften beispielsweise brechen weiterhin Rekorde. Nie waren so viele Menschen per Flugzeug unterwegs wie in diesem Juli. Obwohl mittlerweile wohl die meisten wissen, dass der Flugverkehr für rund 27% des Klimaeffekts verantwortlich ist. Auch politisch will die bürgerliche Mehrheit im Parlament daran nichts ändern. Sowieso ist die Frage des Mobilitätsverhaltens eine sehr schwierige Diskussion und wird schnell emotional. Wir müssen sie aber führen und sollten dies sachlicher tun als dies momentan der Fall ist.

 

Wir können die Klimaerhitzung nicht mehr rückgängig machen, aber wir können ihr Fortschreiten stoppen. Klar, wir müssen unbedingt auf die bereits eingetretenen Folgen reagieren. Beispielsweise, indem wir unsere Städte begrünen und so für ein kühleres Klima sorgen, die Landwirtschaft mit intelligenten Wassersystemen ausstatten oder nicht mehr für jede Anwendung sauberes Trinkwasser verwenden und so der Wasserknappheit vorbeugen. Aber vor allem müssen wir aufhören, weiterhin ungebremst Treibhausgase auszustossen. Hier steht die Politik in der Pflicht. Dabei helfen soll unsere Klimafondsinitiative. Sie stellt mehr öffentliche Gelder für den Klimaschutz zur Verfügung – für Vermeidung und Anpassung. Das ist der finanzielle Aspekt, aber auch wir alle können beitragen, dass die Klimaerhitzung gestoppt wird.  

 

Denn jede Tonne CO2, die nicht ausgestossen wird, ist eine weniger. Und da können wir alle mithelfen. Egal wie klein oder gross ein Land ist, egal wie viele Menschen darin wohnen. Das ist das Positive daran und bringt viele Klimachancen. 

(Dieser Artikel ist in ähnlicher Form als Kolumne im Sonntagsblick erschienen.)