Menschen sollen arbeiten dürfen
Letzte Woche haben wir erfahren, dass ein junger Mann aus Afghanistan nach einem negativen Asylentscheid aus der Schweiz ausgeschafft werden soll. Der junge Mann hat einen laufenden Lehrvertrag, seine schulischen Leistungen sind überdurchschnittlich gut und er kommt für seinen Lebensunterhalt selber auf. Dieser junge Mann erfüllt also alle Erwartungen, welche die Schweiz an jemanden zu einer gelungenen Integration stellt.
Er ist nicht der einzige. Die Fälle häufen sich und die Entscheide der Berner und der nationalen Regierung diesbezüglich sind überhaupt nicht nachvollziehbar. Es ist im Interesse der Schweiz, Anreize zu setzen, damit sich Geflüchtete um eine umfassende Integration bemühen. Wenn jemand eine Lehrstelle hat, hilft er der Schweiz zudem, den vorherrschenden Fachkräftemangel zu bekämpfen.
Die aktuellen Fälle bringen die betroffenen Unternehmen in eine missliche Lage. Die einen Unternehmen finden gar niemanden mehr, der oder die eine solche Lehre machen will. Andere Unternehmen sind von der Corona-Pandemie bereits arg gebeutelt – allen voran solche in der Gastrobranche - und werden nun zusätzlich bestraft, indem die zuständigen Behörden ihnen eine motivierte Mitarbeiterin oder ein motivierter Mitarbeiter wegnehmen.
Die betroffenen Lehrbetriebe und KMU, die in die Ausbildung der Lernenden investiert haben, müssen mehr Planungssicherheit bekommen. Die Entschiede der Migrationsbehörden zum Lehrabbruch schaden folglich auch der Schweizer Wirtschaft. So, wie die Entscheide aktuell gefällt werden, fehlt jegliches Augenmass.
Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, um hier ihr Glück zu suchen, müssen auch die Chance bekommen, ihr Glück zu finden. Am nächsten Montag berät die Staatspolitische Kommission des Ständerates eine Motion, welche die Ausschaffung von Lernenden mit negativem Asylentscheid stoppen will. Ein JA der Ständerätinnen und Ständeräte am nächsten Montag ist dringend notwendig und unterstützt Menschen und Unternehmen!